Das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm ist am 31.12.2013 ausgelaufen. Diese Seite dient lediglich zur Information und wird nicht mehr aktualisiert. Informationen zu Horizont 2020, dem neuen EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, finden Sie unter www.horizont2020.de.
Synergien zwischen den Förderprogrammen

Synergien zwischen den Förderprogrammen

Die Ausrichtung der europäischen Kohäsionspolitik und der europäischen Forschungspolitik auf die Lissabon- und Barcelona-Ziele bedarf einer stärkeren Koordination der Förderinstrumente, um die Förderergebnisse nachhaltig zu gestalten und zu optimieren.

In den "CREST-Leitlinien für die Koordinierung des Forschungsrahmenprogramms und der Strukturfonds zur Unterstützung der Forschung und Entwicklung" haben sich die Mitgliedsstaaten für eine verbesserte Nutzung der Synergien zwischen den Strukturfonds und dem 7. FRP ausgesprochen. 

Darin wird insbesondere an die nationalen und regionalen Akteure appelliert, die Komplementarität der unterschiedlichen Förderachsen und -instrumente strategisch zur Umsetzung ihrer nationalen und regionalen Entwicklungspläne zu nutzen.

Gestaltungsbeispiel einer regionalen Strategie zur Nutzung der Synergien zwischen Strukturfonds und Forschungsrahmenprogramm

 

Obenstehende Grafik zeigt schematisch ein Beispiel für eine regionale Strategie zur Nutzung der Synergien zwischen Strukturfonds und Forschungsrahmenprogramm. Entlang einer horizontalen Achse, die in vier Phasen der Entwicklung und Umsetzung einer regionalen Strategie aufgeteilt ist, sind oberhalb Finanzierungsmöglichkeiten durch die Strukturfonds, unterhalb durch das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm dargestellt.

Zur Unterstützung einer ersten Analysephase, in der regionale Stärken und Schwächen identifiziert werden, können aus dem Strukturfonds EFRE der transnationale Austausch von guten Praktiken sowie Audits im Technologiebereich und Maßnahmen der Regionalplanung gefördert werden. Komplementär hierzu kann das Programm Wissensregionen aus dem Spezifischen Programm Kapazitäten des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms genutzt werden, um strukturbildende Maßnahmen für regionale forschungsintensive Cluster und deren Vernetzung sowie die Entwicklung gemeinsamer Forschungsagenden und Aktionspläne finanziert werden.

In einer zweiten Phase der Investition in Infrastrukturen kann der EFRE den Aufbau von FuE-Infrastrukturen und die Unterstützung öffentlicher und privater Forschungseinrichtungen fördern. Ergänzend sind zwei Programmlinien des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms für eine Finanzierung geeignet: das Programm Forschungsinfrastrukturen im Spezifischen Programm Kapazitäten sowie die Möglichkeit der Finanzierung von Instrumenten und der Forschungsausstattung in FuE-Projekten.

Eine dritte Phase zur Entwicklung der Humanressourcen kann durch den Strukturfonds ESF hinsichtlich der Förderung des Trainings von Forschungspersonal und des Lebenslangen Lernens unterstützt werden. Im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm steht hier eine Finanzierung durch das Marie Curie-Programm im Spezifischen Programm Menschen zur Verfügung sowie die Möglichkeit für Forschungsinstitute in Konvergenzregionen, ihre Kapazitäten durch Twinning und die Einstellung von exzellentem Forschungspersonal zu verbessern.

Eine vierte und letzte Phase des Technologietransfers kann durch den EFRE hinsichtlich öffentlich-privater Partnerschaften, Innovationsförderung für KMU, Verbreitung von Forschungsergebnissen, Inkubatoren und Innovationscluster unterstützen. Möglichkeiten der ergänzenden Finanzierung aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm sind in den Spezifischen Programmen Kapazitäten sowie Kooperation vorhanden, in denen KMU-spezifische Maßnahmen und Unterstützung und Beratung für Technologietransfer bzw. Demonstrationsaktivitäten, Marketing und Transfermaßnahmen gefördert werden.

Für Antragstellende hat die Kommission einen Leitfaden (de/en) für die Nutzung der Synergien zwischen Strukturfonds, dem 7. FRP und dem Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) veröffentlicht. Dieser gibt Hinweise – auch anhand praktischer Beispiele – über die inhaltliche Ausrichtung der Programme und Instrumente sowie über deren Zielgruppen.

Zudem zeigt der Leitfaden Möglichkeiten einer Bündelung der Finanzierungen auf. Diese kann schrittweise/aufbauend oder parallel/ergänzend erfolgen.

Die komplementäre Förderung bedeutet jedoch immer eine deutlich voneinander getrennte finanzielle Abwicklung der Projekte. Eine Doppelförderung der Projektaktivitäten ist stets ausgeschlossen.

Komplementarität der Inhalte

Das 7. FRP unterstützt in seinen Spezifischen Programmen "Zusammenarbeit""Menschen" und "Kapazitäten" Maßnahmen, die eine Stärkung der Regionen in Europa ermöglichen. Insbesondere im Programm "Kapazitäten" wird die Komplementarität der Aktionen des FRP mit den Strukturfonds hervorgehoben.

Eine Gegenüberstellung der geförderten Inhalte im 7. FRP und innerhalb der Strukturfonds kann vereinfacht wie folgt dargestellt werden:

 

Typische Maßnahmen im 7. FRP:

 

Typische Maßnahmen unter den Strukturfonds:

 

Verbundprojekte (thematisch ausgerichtet) zur Entwicklung neuer Kenntnisse, neuer Technologien, Produkte, Demonstrationsvorhaben oder gemeinsamer Ressourcen für die Forschung, durchgeführt von Konsortien mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern;

Exzellenznetze zur Unterstützung gemeinsamer Arbeitsprogramme mehrerer Forschungseinrichtungen, die ihre Tätigkeiten in einem bestimmten Bereich zusammenführen, für Ausbildungsmaßnahmen, gemeinsame Forschungsagenden und Netzwerkaktivitäten;

Koordinierung oder Unterstützung von Forschungstätigkeiten: Vernetzung, Austausch, grenzüberschreitender Zugang zu Forschungsinfrastrukturen, Studien, Konferenzen, Cluster-Entwicklung;

Pionierforschung (grundlagenorientiert), durchgeführt von einzelnen nationalen oder internationalen Forschungsgruppen;

Laufbahnentwicklung und internationale Mobilität von Forschern: Einzelstipendien, Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, "Excellence Grants";

Forschungsprojekte, durchgeführt von Hochschulen oder Forschungszentren für spezielle Gruppen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU)1.

 

Stärkung des Potenzials für Forschung und technologische Entwicklung und seine Einbeziehung in den ERA;

Unterstützung für Forschungs- und Innovationsinfrastrukturen, -ausstattung und -instrumente;

Unterstützung für Projekte im Bereich Forschung und technologische Entwicklung, insbesondere Projekte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen;

Öffentlich-private Partnerschaften für FuE und Cluster;
Unterstützung für grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit;

Verbesserung der Verbindungen zwischen den KMU, Einrichtungen im Bereich der tertiären Bildung, den Forschungseinrichtungen und den Forschungs- und Technologiezentren;

Förderung von Unternehmergeist, Innovationen und Existenzgründungen;

Unterstützung für regionale Forschungs- und Innovationsstrategien, Stärken-Schwächen-Analysen, technologische Audits und regionale Planungsinstrumente usw.;

Förderung lebenslangen Lernens, Entwicklung von Qualifikationen und Kompetenzen, verstärkte Beteiligung an Bildung und Ausbildung;

Entwicklung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation, durch Aufbaustudiengänge und die weitere Ausbildung von Forschern;

Verbreitung von IKTe-Learning und umweltfreundlichen Technologien;

Vernetzung von Hochschuleinrichtungen, Forschungs- und Technologiezentren und Unternehmen2.

Quelle : CREST-Guidelines on Coordinating the Framework Programme and the Structural Funds to support Research and Development, CREST 1203/07, 7. Mai 2007.
  1. Beschluss Nr. 1982/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 über das Siebte Rahmenprogramm im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration (2007-2013), Anhang III.
  2. Verordnung (EGNr. 1080/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006 über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und zur Aufhebung der Verordnung (EGNr. 1783/1999; Verordnung (EGNr. 1081/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006 über den Europäischen Sozialfonds und zur Aufhebung der Verordnung (EGNr. 1784/1999.

 

Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation - CIP

Zur Unterstützung der erneuerten Lissabon-Strategie hat die Europäische Union zusätzlich das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) verabschiedet. Das Programm richtet sich in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ziele sind die Förderung einer wissensbasierten Gesellschaft sowie einer auf einem ausgewogenen Wirtschaftswachstum basierenden nachhaltigen Entwicklung. Das CIP soll einen Beitrag zur Erreichung der gemeinschaftlichen Ziele in den Bereichen Forschung, Kohäsion, Umwelt sowie allgemeine und berufliche Bildung leisten und Unternehmen die Teilnahme am 7. FRP erleichtern.

Kontakt

  • Matthias Woiwode von Gilardi

    • PT-DLR, EU-Büro des BMBF
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228 / 3821-1654
    • E-Mail-Adresse: Matthias.WoiwodevonGilardi@dlr.de
    • Homepage: http://www.eubuero.de
 

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