Das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm ist am 31.12.2013 ausgelaufen. Diese Seite dient lediglich zur Information und wird nicht mehr aktualisiert. Informationen zu Horizont 2020, dem neuen EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, finden Sie unter www.horizont2020.de.
Synergien zwischen Strukturfonds und FRP

Synergien zwischen Strukturfonds und Forschungsrahmenprogramm

Die EU-Strukturfonds sind neben dem Forschungsrahmenprogramm die wichtigste Quelle für Investitionen in die wissensbasierte Wirtschaft. Im Programmzeitraum 2007-2013 wird rund ein Viertel der Strukturfonds in Forschung, Entwicklung und Innovation investiert. Sie tragen damit wesentlich zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Regionen bei. Um die ergänzende Wirkung und die wechselseitigen Synergien zwischen den einzelnen Instrumenten auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene effektiv nutzen zu können, wird deren enger Verzahnung zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation eine hohe Bedeutung beigemessen.

Mit der Lissabon–Strategie hatte sich die Europäische Union im Jahr 2000 und mit dem Neustart 2005 das Ziel gesetzt, wettbewerbsfähigster wissensbasierter Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Ein wichtiger Beitrag zur Verwirklichung dieses Ziels soll durch die Stärkung des Wissens und der Innovation geleistet werden. In diesem Zusammenhang wurde eine Steigerung der Investitionen im Bereich Forschung und Innovation auf 3 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2010 (Barcelona-Ziel) beschlossen.

Mit der Annahme des Nachfolgers der Lissabon-Strategie im Juni 2010, der Strategie Europa 2020, hat die EU den Wachstumspfad für das nächste Jahrzehnt weiterverfolgt und mit konkreten Zielen in den Bereichen Beschäftigung, Innovation, Energie und Klimawandel, Bildung und Armut unterfüttert. Die Ausgestaltung der künftigen Programmperiode 2014-2020 wird maßgeblich durch die Strategie Europa 2020 geprägt sein.

Die Rolle der Regionen

Die Regionen spielen eine wichtige Rolle für den Ausbau des Bereiches Forschung und Innovation in Europa.
Im 7. FRP wird nach den Erfolgen im 6. FRP der regionale Ansatz - insbesondere im Spezifischen Programm Kapazitäten - deshalb auch stärker berücksichtigt.

Parallel haben 2006 die Mitgliedsstaaten durch eine Entscheidung des Rates mit Nachdruck zur Stärkung der Lissabon-Strategie im Rahmen der Durchführung der europäischen Kohäsionspolitik aufgerufen. In diesem Zusammenhang wurde die Relevanz der Förderung von Wissen, Forschung und Innovation auf regionaler Ebene für das Wachstum erneut betont.

Die Berücksichtigung der Bereiche Wissen, Forschung und Innovation ist damit bindend für die inhaltliche und finanzielle Durchführung der europäischen Strukturpolitik, dies gilt insbesondere für die Umsetzung ihrer Instrumente.

In Folge der Konvergenz der Programmziele auf europäischer Ebene wird auch eine verbesserte Nutzung der Synergien der unterschiedlichen Förderinstrumente angestrebt.

Die Synchronisierung der Förderlaufzeit der verschiedenen Förderprogramme war ein erster Schritt, der eine Koordinierung dieser Aktivitäten erleichtert hat.

In Deutschland liegt die Federführung für die Strukturfonds beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Für die Umsetzung der Programme sind in der Bundesrepublik Deutschland in der Regel die Länder zuständig.

An der Umsetzung des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Deutschland sind unter Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) folgende Bundesministerien beteiligt: das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Instrumente 2007 - 2013

Auf Gemeinschaftsebene verfügt die Europäische Union über drei Hauptfinanzierungsinstrumente für die Unterstützung von Forschung und Innovation:

  • das Forschungsrahmenprogramm für die Finanzierung von Forschung,
  • das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation zur Förderung von Innovation sowie
  • den Strukturfonds und den Kohäsionsfonds für die Finanzierung der Kohäsionspolitik.

Die koordinierte Nutzung der Gemeinschaftsinstrumente für Forschung und Innovation und die Ausschöpfung des Synergiepotenzials geht auf eine BMBF-Initiative während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 zurück.

Neuer Praktischer Leitfaden über Finanzierungsmöglichkeiten von Forschung und Innovation durch die EU

Die Europäische Kommission hat auf Basis der Vorarbeiten und unter Einbindung aller für die verschiedenen Politikbereiche zuständigen Generaldirektionen einen praktischen Leitfaden über Finanzierungsmöglichkeiten von Forschung und Innovation durch die EU entwickelt, der Antragstellenden dabei helfen soll, sich schnell in den drei Finanzierungsinstrumenten zurechtzufinden und die am besten geeignete Förderform für sich zu erkennen. 

Eine überarbeitete Fassung steht nun online zur Verfügung. Der neue praktische Leitfaden ist aktualisiert, verbessert und erweitert worden und auf einem umfangreichen Webportal nutzbar. Neben dem Zugang zu aktuellen Informationen über die im ersten Leitfaden enthaltenen drei Hauptfinanzierungsquellen (7. EU-Forschungsrahmenprogramm, Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation und Strukturfonds) ist der Leitfaden ergänzt worden durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) und den Europäischen Fischereifonds (EFF). Er schließt auch zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten von Forschung und Innovation ein, wie das Programm Lebenslanges Lernen, Internationale Bildungszusammenarbeit und LIFE+ im Umweltbereich, sowie Förderquellen, die Staaten und Gebieten außerhalb der EU in Forschung und Innovation zur Verfügung stehen, namentlich die Instrumente der Heranführungshilfe (IPA) und der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENPI).

Der Leitfaden gibt Entscheidungsträgern einen Überblick über die bis 2013 verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten. Er orientiert sich jedoch bereits an der für den kommenden Programmzeitraum 2014 - 2020 geplanten Förderpolitik für Forschung und Innovation, in dem eine engere Verknüpfung der Instrumente bereits in den Rechtsakten angelegt ist und diese im Laufe der Programmdurchführung besser begleitet werden soll. Die Komplexität der gegenwärtigen Strukturen hat die Europäische Kommission zu dem Vorschlag veranlasst, sämtliche Finanzinstrumente für Forschung und Innovation in einem gemeinsamen strategischen Rahmenwerk (Horizont 2020) unter dem zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmen zusammenzufassen. Mit Hilfe gemeinsamer vereinfachter Regeln und Verfahren sowie einer Reihe von Finanzierungsinstrumenten ermöglicht er die effektivere Nutzung der EU-Finanzmittel und einen Ausbau ihrer Reichweite bei gleichzeitig einfacherem Zugang für die Antragsteller. Die gemeinsame Strategie für die EU-Finanzierung von Forschung und Innovation soll zusammen mit den überarbeiteten Strukturfonds (die ebenfalls in einem Gemeinsamen Strategischen Rahmen zusammengefasst sind) eine schnelle Umsetzung der Strategie "Europa 2020" ermöglichen.

 

Aktuell

BMBF-Studie des Fraunhofer-Zentrums für Mittel- und Osteuropa untersucht Erfolge der mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten am 7. FRP und zeigt Zukunftsperspektiven auf

Kontakt

  • Matthias Woiwode von Gilardi

    • PT-DLR, EU-Büro des BMBF
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    • E-Mail-Adresse: Matthias.WoiwodevonGilardi@dlr.de
    • Homepage: http://www.eubuero.de
 

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